Geschichte

Zeitlinie der Historie:

Bitte den verlinkten Jahreszahlen folgen oder einfach durch die gesamte Planetariumsgeschichte scrollen.

1923 Inbetriebnahme des ersten Planetariumsprojektors von ZEISS
1925 Eröffnung ersten Projektions-Planetariums im Deutschen Museum in München
1926 erster hantelförmige Planetariumsprojektor in Barmen (Deutschland)
1930 erstes Planetarium außerhalb Europas: Adler Planetarium in Chicago (Illinois, USA)
1931 in einer Schule in Lübeck (Deutschland) wurde die sogenannte „Sternkammer“ gebaut
1936 drei einzigartige Planetariums-Projektoren wurden in den USA gebaut
1937 das erste in Asien eröffnete Planetarium: Planetarium Osaka (Japan)
1947 erstes Serienmodell des Spitz-A-Planetariums-Projektors
1948 erstes mobiles Planetarium in Boston (Massachusetts, USA)
1955 erstes Planetarium in Lateinamerika: Planetarium de Montevideo, „Agrim. Germán Barbato“ in Uruguay.
1957/59 erste in Asien produzierte Planetariums-Projektoren
Und das erste Planetarium in Ozeanien: Auckland Memorial Musem Planetarium
1960-1975 die NASA (National Aeronautics and Space Administration) trainiert ihre Astonauten im Morehead Planetarium
1960 das Wits-Planetarium in Johannesburg (Südafrika) war das erste Planetarium in Afrika
1968 erste kommerzielle Projektoren für Spezialeffekte wurden von Sky-Skan angeboten
1970 die ISPE (International Society of Planetarium Educators) wurde gegründet
1973 die erste Laser-Musik-Show in Planetarien wurde aufgeführt
1983 Digistar(I), das erste digitale (auf Vektorgrafiken basierende) Projektionssystem von Evans & Sutherland wurde am Science Museum of Virginia installiert
1990 eine IPS-Konferenz fand erstmals außerhalb von Nordamerika statt
späte 1990er und frühe 2000er Fulldome-Video-Planetariums-Projektion wurde entwickelt
2001 neuartige architektonische Konzept des „Open Floor Plan Planetariums“ wurde vorgestellt
2007 „Domecasting“ wurde entwickelt

1923

Die Inbetriebnahme des ersten Planetariumsprojektors (Zeiss Planetariums Modell I) erfolgte am 16. September 1923. Einen Monat später wurde er offiziellen Vertretern in einer nicht-öffentlichen Vorführung im Deutschen Museum präsentiert. Die erste öffentliche Präsentation fand 1924 statt und ging als „Das Wunder von Jena“ in die Geschichte ein.



Der weltweit erste Planetariumsprojektor ZEISS Model I (1923, Carl Zeiss Jena).
Der Mark I aufgestellt im Deutschen Museum (1923, Carl Zeiss Jena)

1925

Die Eröffnung des weltweit ersten Projektions-Planetariums wurde am 7. Mai 1925 im Deutschen Museum in München gefeiert.

Der Projektor im Deutschen Museum München (Deutsches Museum München).

1926

Der erste hantelförmige Planetariumsprojektor, Zeiss Modell II, hatte seinen erste Vorführung 1926 in Barmen (Deutschland). Er war der erste Projektor, der sowohl die nördliche als auch die südliche Hemisphäre des Himmels darstellen konnte. Diese Art des Projektors, später mit vielen modernen Ergänzungen und Verbesserungen ausgestattet und von anderen Firmen übernommen, erfreut sich auch heute noch immer großer Beliebtheit. Unglücklicherweise wurde das Planetarium in Barmen 1943 zerstört.

Planetarium Barmen (Andreas Scholl & Planetarium Barmen).

1930

Das erste Planetarium außerhalb Europas war das Adler Planetarium in Chicago (Illinois, USA). Es wurde am am 12. Mai 1930 eröffnet und begeistert seitdem seine Besucher.

Eine lange Warteschlange vor dem Adler Planetarium am Tag seiner Eröffnung. Das Gebäude mit seinen um das Zentrum herum angeordneten Wänden wird von einer Kuppel gekrönt. (Adler Planetarium)
Blick auf die ursprüngliche Steuerkonsole, die von Knöpfen und Kabeln bedeckt ist. (Adler Planetarium)

1931

Der weltweit erste Nicht-Zeiss-Sternprojektor wurde 1931 in einer Schule in Lübeck installiert. Der Projektor der sogenannten „Sternkammer“ wurde von dem Lehrer Dr. Hans Cassebaum und der in Lübeck ansässigen Firma E. Nachtigall & Co. entworfen. Dies machte die Firma zum weltweit zweiten Hersteller von Planetariums-Projektoren. Höchtswascheinlich war der Projektor der erste, der speziell für Schulen entworfen wurde. Das Patent für den Projektor wurde am 6. Juni 1933 erteilt.

Sternkammer in Lübeck (Vintage Germany-Bildagentur für historische Fotographie)

1936

In den 1930ern wurden drei einzigartige Planetariums-Projektoren in den USA gebaut. Der erste jemals in den USA gefertigte Sternenprojektor war der H.-Spencer-Lewis-Projektor, der Lochblenden nutzte.

Der H.-Spencer-Lewis-Projektor und sein Erbauer Lewis (Rosicrucian Order AMORC)

Er wurde speziell für das Planetarium im Rosicrucian Park und das Rosicrucian Egyptian Museum in San Jose (Kalifornien) gebaut. Nachdem er Planetarien in Deutschland gesehen hatte, war Lewis überzeugt, dass der Park einen Ort bekommen sollte, an dem Astronomie vermittelt wird. Als er dann zurückkehrte entwarf er selbst den Projektor und das Planetariumsgebäude.

Planetarium im Rosicrucian Park (Rosicrucian Order AMORC)

Das Planetarium wurde am 13. Juli 1936 übergeben und der Projektor erfreute sich bis 1950 großer Beliebtheit.

Planetarium im Rosicrucian Park (Rosicrucian Order AMORC)

Der zweite bedeutende Projektor ist der Korkosz-Projektor, der von Frank und John Korkosz für das Seymour Planetarium im Springfield Museum (Springfield, Massachusetts) entworfen und gebaut wurde. Dieser opto-mechanische Projektor ging 1937 als Hauptattraktion des Planetariums in Betrieb und ist seither in jeder einzelnen Show genutzt worden.

John Korkosz mit seinem Projektor (Richard Sanderson)

Nach mehr als 80 Jahren ist er auch heute noch im Einsatz. Die Gebrüder Korkosz bauten ihren zweiten und letzten Projektor mehr als ein Jahrzehnt später für das Hayden-Planetarium des Museum of Science Boston.

Korkosz-Projektor (Richard Sanderson)
Korkosz-Projektor (Springfield Museum)

Der dritte erwähnenswerte Projektor wurde am Morrison Planetarium der California Academy of Sciences (CAS) in San Francisco (Kalifornien) realisiert. Nach dem 2. Weltkrieg wollte die CAS ein Planetarium bauen, hatte aber Probleme einen Projektor aus Deutschland zu bekommen. Die Angestellten des CAS hatten allerdings bei der Reparatur von Optiken der Navy geholfen und beschlossen so, einen eigenen, einzigartigen Planetariumsprojektor zu entwerfen und zu bauen.

Projektor des Morrison-Planetariums (California Academy of Sciences Archives)

Dieser Projektor war 51 Jahre in Gebrauch, von der Eröffnung des Morrison- Planetariums am 8. November 1952 bis zur Schließung des CAS. In dem Nachfolgebau entstand 2003 ein neues Morrison Planetarium.

Projektor des Morrison-Planetariums (California Academy of Sciences Archives)
Projektor des Morrison-Planetariums (California Academy of Sciences Archives)

1937

Das Planetarium Osaka (Japan) ist das erste in Asien eröffnete Planetarium. Es öffnete seine Türen 1937 als Teil des Oasaka City Electricity Science Museum. Es ist nun Teil des Osaka Science Museum und seit einer Instandsetzung 2004 begeistert es Besucher auch weiterhin, bis zum heutigen Tag.

Planetarium Osaka (Planetarium History Collection Andreas Scholl)
Planetarium Osaka (Planetarium History Collection Andreas Scholl)

1947

Das erste Serienmodell des Spitz-A-Planetariums-Projektors wurde von Armand Spitz 1947 gefertigt und am Eastern Mennonite College in Harrisonburg (Virginia, USA) installiert. Dieser dodekaederförmige Projektor war das Ergebnis einer zweijährigen Anstrengung, einen kostengünstigen Planetariums-Projektor zu entwerfen, der in einer Vielzahl von Einrichtungen zum Einsatz kommen kann. Das Design des Zwölfflächners wurde Spitz von Albert Einstein empfohlen.

Spitz-A-Planetariumsprojektor (Spitz Inc.)

1948

Das erste transportable Planetarium wurde 1948 in Boston (Massachusetts, USA) vorgestellt. Als das alte Naturhistorische Museum in der Innenstadt schloss und das „Museum of Science“ (MOS) jenseits des Charles River gebaut wurde, entwickelte das MOS eine „Roadshow“, die in der Region unterwegs sein und den Menschen wissenschaftliche Experimente, lebendige Tiere und Demonstrationen näher bringen sollte.

Reise-Planetarium (Museum of Science Boston Archives)

Das Reiseplanetarium wurde gebaut, um Projektionsshows in Schulen, Büchereien und Kirchen in Neuengland zu ermöglichen. Die hölzerne Struktur bot eine 18-Fuß-Kuppel, beherbergte einen Spitz-Sterneneprojektor und bot 50 Personen Platz.

Reise-Planetarium (Museum of Science Boston Archives)

Um 1951 wurde das Reiseplanetarium am Museum of Science Parks stationiert, wo es bis zur Eröffnung des Charles Hayden Planetariums 1958 in Betrieb war. Die „Reisekuppel“ wurde an eine lokale Schule übergeben, an der sie bis 2006 genutzt wurde.

Reise-Planetarium (Museum of Science Boston Archives)

1955

Das erste Planetarium in Lateinamerika war das Planetarium de Montevideo, „Agrim. Germán Barbato“ in Uruguay.

Planetarium Montevideo (Planetarium de Montevideo)

Das Planetarium wurde 1955 eröffnet und erfreute sich sofort großer Beliebtheit bei den Bürgern von Montevideo.

Planetarium Montevideo (Planetarium de Montevideo)

Das Planetarium unterhält noch heute seine eifrigen Besucher mit seinem opto-mechanischen und digitalen Systemen.

Im Planetarium Montevideo (Planetarium de Montevideo)
Im Planetarium Montevideo (Planetarium de Montevideo)

1957/59

Die ersten Planetariums-Projektoren in Asien wurden in den 1950er Jahren gebaut. Der erste Projektor von KONICA MINOLTA ist der Nobuoka-shiki, der 1957 zum ersten Mal in Betrieb ging.

Nobuoka-shiki-Projektor (Konica Minolta Planetarium Co., Ltd.)

Der Projektor M(Mars)-1 von GOTO Inc. feierte 1959 Premiere.

M(Mars)-1-Projektor. (Goto Inc.)

Das erste Planetarium in Ozeanien war das Auckland Memorial Musem Planetarium. Dieses wurde zur Freude seiner Besucher am 22. Oktober 1959 eröffnet.

Eine Vorab-Demonstration am 6. Oktober 1959 (Auckland War Memorial Museum Library and Online Collections)

1960 – 1975

Wenn Sie an die NASA (National Aeronautics and Space Administration), den Wettlauf ins All und daran denken, was es an Anstrengung bedurfte, um auf dem Mond zu landen, denken sie dann an Planetarien? Zwischen 1960 und 1975 trainierten über 60 Astronauten des Mercury-Programms, des Gemini-Programms, des Apollo-Programms, des Skylab und des Apollo-Sojus-Test-Projekts im Morehead Planetarium & Science Center. Dieses Training war notwendig, damit die Astronauten, die oft keine große Erfahrung mit Sternbildern oder Astronomie hatten, Leitsternen für die Flugleitsysteme finden konnten. Sie finden eine komplette Liste der Astronauten, die im Morehead-Planetarium trainierten, unter https://moreheadplanetarium.org/about-morehead/our-history/astronauts/

Ed White und JimDivitt trainieren im Morehead-Planetarium (UNC-Chapel Hill Libraries)

1960

Das Wits-Planetarium an der Wits-Universität in Johannesburg (Südafrike) öffnete am 12. Oktober 1960. Es war das erste Planetarium in Afrika. Um die Eröffnung des Planetariums voranzutreiben, wurde beschlossen, den ZEISS Mark-III-Projektor zu erwerben, der ursprünglich im Planetarium Hamburg stand, und diesen komplett zu überholen und zu modernisieren.

Wits-Planetarium Johannburg (Thuvack, CC-Lizenz)

Das Wits-Planetarium feierte 2010 seinen 50. Geburtstag und wird auch weiterhin der Bevölkerung von Johannesburg und Umgebung zur Verfügung stehen.

Wits-Planetarium Johannesburg (Planetarium Johannesburg)

1968

Die ersten kommerziellen Projektoren für Spezialeffekte wurden Planetarien 1968 von Sky-Skan angeboten. Nun mussten Effekte wie z.B. sich bewegende Wolken und rotierende Schwarze Löcher nicht mehr mit irgendwelchen Dingen realisiert werden, die in der Kuppel oder privat zur Verfügung standen. Diese analogen Projektoren wurden oft zusammen mit selbst gemachten Projektoren verwendet, aber gaben einem Planetarium die Möglichkeit, ein neues Niveau an Spezialeffekten zu erreichen.

Rotierender-Spezialeffekt-Projektor (Sky-Skan Europe GmbH)
Mehrere Spezialeffekt-Projektoren in einem Planetarium (Sky-Skan Europe GmbH)

1970

Die ISPE (International Society of Planetarium Educators) wurde während eines Treffens gegründet, das vom 21. bis 23. Oktober 1970 im Abrams-Planetarium der Michigan State University in East Lansing (Michigan, USA) stattfand. Die erste Konfernz sollte zwei Jahre später am Minolta-Planetarium, DeAnza & Foothill Colleges in Cupertino (Kalifornien, USA) folgen. ISPE war einer der Vorläufer der heutigen IPS (International Planetarium Society). IPS ist sicherlich in den letzten 50 Jahren gewachsen! Es ist wahrlich unsere Leidenschaft und unser Wunsch weiterhin zu wachen und alle Planetarier weltweit zusammenzubringen!

oben: Flyer und Publikationen (Dave Weinrich und IPS)
unten: Teilnehmer der IPS-Konferenz 2018 im französischen Toulouse (Cité de l’espace).

1973

„Laserium“ stellt die ursprüngliche Laser-Musik-Show in Planetarien dar und wurde erstmals am 19. November 1973 im Planetarium des Griffith Observatoriums aufgeführt.

Poster „Laserium“-Show (Brian Wirthlin/Photon Alchemy)

Die Aufführungen waren fortwährend ausverkauft und bald verbreitete sich das Phänomen überall und brachte neue Besucher in die Kuppeln. Ivan Dryers Leidenschaft für Live-Laser-Aufführungen brachte über die Jahre mehrere unvergessliche Shows hervor.

„Laserium“-Show (Brian Wirthlin/Photon Alchemy)

Noch heute erfreuen „Laserium“-Shows und Shows von LaserFantasy, AudioVisualImagineering und vielen anderen Firmen ihr ehemaliges Publikum und die heutige Generation an Besuchern gleichermaßen.

„Laserium“-Show (Brian Wirthlin/Photon Alchemy)

Mehr über die Geschichte von „Laserium“ finden Sie auf www.laserium.org.

1983

Das erste digitale (auf Vektorgrafiken basierende) Projektionssystem war Digistar(I) von Evans & Sutherland. Es leitete das digitale Zeitalter in Planetarien ein. Es wurde 1983 am Science Museum of Virginia installiert. Im selben Jahr brachte Sky-Skan das erste digitale Multimedia-Steuerungs-System für Planetarien heraus. Innerhalb weniger Jahre begannen viele Planetarien eine oder beide dieser innovativen Technologien ihrer Ausstattung hinzuzufügen.

oben: Die Digistar-Steuerung mit dem Digistar in der Mitte des Kuppelsaals im McDonnell Star Theater im Saint Louis Science Center, 1985. (Evans & Sutherland)
unten: Digistar-Konfiguration (Evans & Sutherland)
Kalibrierung des Sky-Skan Multimedia-Automatisierungs-Systems am Michigan Science Center (Anna Green)

1990

Im Juli 1990 fand eine IPS-Konferenz erstmals außerhalb Nordamerikas statt.

Konferenz-Poster (IPS)

Das Galaxen-Planetarium in Borlänge (Schweden) übernahm glücklich die Gastgeberrolle mit dem Motto „The Boundless Planetarium“.

Galaxen-Planetarium, Schweden (IPS)
Teilenehmer der Koferenz (IPS)

late 1990s, early 2000s

Das sich schnell entwickelnde Feld der Fulldome-Video Planetariums-Projektion wurde in den späten 1990ern geboren: im Rahmen der IPS-Konferenz 1996 in Osaka (Japan) demonstrierte GOTO Inc. das weltweit erste Fulldome-Video Projektionssystem mit dem Namen „Virtuarium“.

„Virtuarium“ (Goto Inc.)

Kurz danach, 1998, brachte Sky-Skan „SkyVision“ heraus, das weltweit erste kommerziell verfügbare Fulldome-Video Abspiel-System.

2002 tauchten dann auch die ersten Echtzeit-Video-Projektions-Systeme auf.

1. „Digital-Sky“ von Sky-Skan:

„DigitalSky“ (Sky-Skan)

2. „Digistar 3“ von Evans & Sutherland:

„DigiStar 3“ (Evans & Sutherland)

3. „Sky-Explorer“ von RSA Cosmos:

„SkyExplorer“ (RSA Cosmos)

Ebenfalls 2002 feierte das erste ADLIP (All-Dome Laser Image Projection) überhaupt von ZEISS Planetariums und der JENOPTIK AG Premiere.

Erstes ADLIP-System (ZEISS Planetarium und JENOPTIK AG)

Seither entwickelte sich die Fulldome-Welt in atemberaubender Geschwindigkeit. Es war eine beeindruckende Erfahrung, die Genialität und die Vielfalt der Systeme zu sehen.

2001

Das neuartige architektonische Konzept des „Open Floor Plan Planetariums“ wurde 2001 vorgestellt. Das McDonnell-Planetarium im St. Louis Science Center wurde nach einer 10 Millione Dollar teuren Renovierung mit der „Boeing Space Station Experience“ wieder eröffnet.

James-S.-McDonnell-Planetarium (Anna Green)

Das Orthwein-StarBay-Theater hat keine Verdunklungen und größeren Öffnungen in den Wänden. Dies ermöglichte es Besuchern ganz nach Wunsch zwischen der „StarBay“ und Galerien mit Ausstellungen zu wechseln, während sie lernten wie es ist, auf einer Raumstation zu leben und zu arbeiten. In der 24m-Kuppel, in der die Sterne ununterbrochen an blieben, wurden halb-stündlich Live-Vorträge angeboten. Matten standen zur Verfügung, um sich wie draußen auf den Boden zu legen. Der „Open Floor“ ohne permanente Bestuhlung erlaubte auch viele andere Spezialveranstaltungen in der „StarBay“.

James-S.-McDonnell-Planetarium (Anna Green)

Seither haben einige andere Planetarien ebenfalls dieses Konzept ausprobiert, aber das James-S.-McDonnell-Planetarium selbst kehrte sehr erfolgreich zu stündlichen Live-Shows in voller Länge zurück. Es werden herausnehmbare Stühle (und die populären Matten) verwendet. Um Lichtverschmutzung im Kuppelsaal zu vermeiden, haben die Besucher Zeit, den Ausstellungsbereich vor und nach den Shows zu erkunden.

James-S.-McDonnell-Planetarium (Anna Green)
James-S.-McDonnell-Planetarium (Anna Green)

2007

„Domecasting“ wurde erstmals 2007 vorgestellt. Diese Technologie hat das Potential die Zusammenarbeit der Planetarien zu verändern, da sie es einem Planetarium erlaubt, eine Live-Präsentation nicht nur im eigenen Kuppelsaal, sondern gleichzeitig in Planetarien überall auf der Welt zu zeigen. Der erste Domecast 2007 nutze die SCISS Uniview Software (nun Teil von ZEISS) zwischen SCISS und dem American Museum of Natural History. Tests gab es auch anschließend mit dem Denver Museum of Nature and Science. 2008 wurde die Technologie erstmals öffentlich in Chicago demonstriert.

Kavli Lecture Domecast des Adler-Planetariums (M. Smail)

Seither nutzen Planetarien die Vorteile der Cloud-Software und ähnlicher Software-Pakete, die zusammen mit mit ihren digitalen Projektionssystemen angeboten werden. Diese neuen Möglichkeiten führten zur direkten Verfügbarkeit von Daten und der „Data2Dome“-Plattform, die u.a. von der Europäischen Südsternwarte (ESO) vorangetrieben wird.

Kavli Lecture Domecast gesehen auf einer flachen Leinwand (Bell Museum)
Kavli Lecture Livestream während der internationalen Fragestunde im Zeiss-Großplanetarium Berlin (Teil der Stiftung Planetarium Berlin, A. Green)